Podcast vom 02.04.2020 11:42:00

antiCoerper, Tag 9: Resilienz

 

Liebe Mitleser und -Hörer,
 
die Geschichte, die Sie gleich vernehmen werden, soll sich wahrhaftig so zugetragen haben. Sie zeigt nicht nur, wie sinnvoll es ist, alle Aufmerksamkeit auf die gegenwärtigen Umstände zu richten, sondern verdeutlicht zudem, dass sich innere Widerstandskraft auch nach außen richten und beispielsweise in Form von Solidarität dem Gemeinwohl zugute kommen kann.


Einst lebte in Frankreich ein älterer Mann, dessen geliebte Frau verstorben war. Als auch noch sein einziger Sohn ums Leben kam, fragte er sich, wofür er noch weiterleben sollte.

Er verließ seinen Bauernhof und begab sich mit seinen Schafen auf Wanderschaft. Nach einer Weile kam er in eine trostlose Gegend, ja geradezu eine Wüstenlandschaft: Durch das rücksichtslose Roden der Wälder hatte der Boden keinen Schutz mehr. In den wenigen Dörfern waren die meisten Häuser verfallen und viele Menschen bereits weggezogen. In der Hoffnung, dort vergessen zu können, siedelte er sich an und suchte nach einer sinnvollen Beschäftigung, um sich abzulenken. 

Er erkannte, dass ohne Bäume bald die ganze Landschaft absterben würde – dies wollte er verhindern. So besorgte er sich Säcke mit Eicheln und steckte eine nach der anderen in den Boden. Nun hatte er eine Aufgabe, die ihn erfüllte, und er hoffte, dass Gott ihm noch viel Zeit schenken würde, um so weitermachen zu können. Nach nur wenigen Jahren sah er die Früchte seiner Arbeit. Viele der 100.000 gesetzten Eicheln waren angewachsen. Die unzähligen Wurzeln der Eichen hielten den Regen fest, Wasser floss wieder in den Bächen, die Weiden und Wiesen erblühten, auch die Vögel kehrten zurück. In den Dörfern siedelten sich wieder Familien an. Die Häuser wurden renoviert und neue hinzugebaut. Die Menschen bekamen wieder Freude am Leben und feierten mit dem Mann noch viele Feste. 

Seine Trauer konnte er nie ganz vergessen. Doch er war sehr dankbar dafür, dass mit dem Erblühen seiner Wälder auch er selbst innerlich erblühte und sein Leben noch einmal einen Sinn bekommen hatte. Mitte des 19. Jahrhunderts starb der Mann friedlich mit knapp 90 Jahren. Es heißt, dass er drei einzigartige, wunderschöne Wälder hinterließ, die elf Kilometer lang und drei Kilometer breit sind. Noch heute spazieren viele Verliebte in diesen Eichenwäldern und spüren deren wunderbare Energie.


Quelle: www.lichtkreis.at, nach einer wahren Geschichte



Hörbuchtipp: Michaela Haas: Stark wie ein Phönix - Wie wir unsere Resilienzkräfte entwickeln und in Krisen über uns hinauswachsen. Titelnummer: 41059



Schi


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